Montageanleitung

Verlegung von Gummirohren auf Rohrleitungstrassen

Gummirohre sind grundsätzlich so ausgelegt, daß sie auf den Rohrleitungstrassen mit den Stützpunktabständen aufgelegt werden, mit denen auch Stahlrohre montiert werden. Der Stützenabstand ist nennweitenabhängig.

Die Klemmbügel oder andere Rohrleitungshalterungen, wie sie für Stahlrohre verwendet werden, sind für Gummirohre ebenfalls verwendbar. Zu beachten ist dabei, daß üblicherweise die Außendurchmesser von Gummirohren größer sind als die von Stahlrohren gleicher Nennweite. Beim Einbau von Gummirohrleitungen in bestehende Rohrleitungssysteme und auf bestehenden Trassen kann es erforderlich werden, die Befestigungselemente anzupassen oder zu erneuern.
Gummirohrleitungen vom Typ GUR sind selbstkompensierend. Die spezielle Ausführung der stählernen Versteifungskonstruktion in den Gummirohren führt dazu, daß die Ausdehnungen in der Wärme durch elastische Verformung innerhalb des einzelnen Gummirohres ausgeglichen wird. Der besondere Vorteil ist für den Anwender, daß Gummirohrleitungen keine Kompensatoren benötigen. Die Leitung ist sozusagen selbst der Kompensator.

Gummirohrleitungen werden deshalb einfach nur „festgeschraubt“. Verwendung finden Festlager einfachster Bauart. Loslager, Gleitlager oder Lyrabögen entfallen in GUR-Leitungen.

GUR ist dafür ausgelegt, daß die Gummirohre in normale, auch für Stahlrohre übliche Rohrleitungsaufnahmen, eingelegt werden. Es ist nicht notwendig, das Gummirohr auf seiner Länge durch Halbschalen oder andere Konstruktionen zu stützen. Das Gummirohr trägt sich selbst und seine Füllung frei zwischen den Stützpunkten. Bei der Verlegung soll darauf geachtet werden, daß der äußere Gummimantel möglichst nicht beschädigt wird. Er dient dem Korrosionsschutz für die darunterliegende Versteifungskonstruktion.

Verschrauben von Gummirohren untereinander oder mit anderen Rohren

Gummirohre werden miteinander verschraubt, ohne daß Dichtungen zwischen die einzelnen Rohre eingesetzt werden. Die in den Gummidichtflächen der Rohre ausgebildeten O-Ringen sorgen zuverlässig für eine druckfeste Abdichtung der Verschraubung. Die Flansche haben die Bauart FL, an GUR-Sonderbauteilen können auch Flanschtyp FR verwendet werden. Die Montagehinweise gelten für beide Bauarten.

Die Anzugsdrehmomente für eine sichere und druckdichte Verschraubung betragen 70 Nm bis NW 300, bis NW 500 sind 120 Nm ausreichend. Für größere NW werden die Anzugsdrehmomente auf Anfrage mitgeteilt.

Generell ist beim Montieren von GUR darauf zu achten, daß die Gummidichtflächen nicht durch zu hohe Anzugskräfte zerstört werden. Die Gummidichtungen dürfen nicht mehr als um 20% ihrer Stärke komprimiert werden. Bei großen Flanschen wird der Einsatz einer Lehre zur Einhaltung dieser maximalen Kompression empfohlen.

Beim Verschrauben von Gummirohren sind die üblichen Regeln anzuwenden wie, über Kreuz anziehen der Schrauben, gleichmäßig anziehen und Kippen der Flansche vermeiden.

Mit Stahlflanschen werden GUR-Bauteile in gleicher Weise verschraubt. Auch zu Stahlflanschen hin werden keine Dichtungen eingesetzt. Hartstoffdichtungen zwischen einem GUR und einem Stahlflansch führen zu undichten Flanschverbindungen.

Bei GUR KR zu beachten

Bei Kompensierreduzierungen GUR KR und GUR K wird zuerst die Pumpenseite, unter Beachtung der Anzugsdrehmomente, montiert. Dabei ist zu beachten, daß an der Saugseite, die waagerecht eingebaut wird, das Bauteil abgestützt wird, um eine verzugsfreie Montage zu gewährleisten.

Anschließend wird die Rohrleitung unter Berücksichtigung des vorgegebenen Spaltmaßes bis an die Gummirohrbauteile gefertigt. Die Spaltmaße müssen eingehalten werden, um eine einwandfreie Funktion der Kompensatoren zu gewährleisten. Das Spaltmaß für die Nennweiten bis DN 500 beträgt 6 mm, darüberhinaus bis zur Nennweite DN 1200 10 mm. Nach Fertigstellung der Rohrleitung wird der Flansch soweit angezogen, daß der Spalt geschlossen ist. Dann werden die Schrauben mit dem vorgegebenen Drehmoment festgezogen.

Gummirohre auf Schwimmpontons

Ein wesentliches Einsatzgebiet von Gummirohren der Baureihe 1 ist ihre Verwendung als Leitung für die hydraulische Förderung von Kies und Sand beim Schwimmbaggerabbau dieser Rohstoffe. Die Rohrleitung zwischen Schwimmbagger und Landübergabestelle ist üblicherweise auf schwimmenden Pontons gelagert. Für die Montage von Gummirohren GUR können die normalen Pontons verwendet werden, die auch für Stahlrohre einsetzbar sind. Generell ist es so, daß Gummirohre möglichst mit nicht allzu großen Überhängen auf Pontons montiert werden sollen. Der Überhang sollte nicht größer sein als 2 Meter.

Zur Montage ist es sinnvoll, die Gummirohre auf die Pontons aufzulegen, sie dort zu befestigen und dann die fertigen Einheiten in die Rohrleitung einzubauen.

Sollte es notwendig sein, nur ein Gummirohr oder einzelne Gummirohre in einer längeren Stahlleitung einzubauen, wird dringend empfohlen, die Gummirohrstrecke über Schläuche in die Stahlleitung einzubinden. Gummirohre selbst sind nicht allein in der Lage die sich im Verlauf von Montagen manchmal ergebenen Biegewinkel aufzunehmen.

Das unterschiedliche Biegeverhalten von Gummirohren und Stahlrohren ist beim Aufbau von gemischten Leitungen zu beachten. Da Gummirohre weicher sind als Stahlrohre, wird die unter Windlasten sich ergebene Durchbiegung von Rohrleitungen nahezu vollständig in die Gummirohrleitung eingeleitet. D. h. der Gummiteil einer Förderleitung ist unter Windlast sehr viel stärker gebogen als der Stahlteil. Dieser Effekt ist nicht kritisch, so lange die Gummirohre nicht vollständig abknicken können. Dieses wird dadurch sichergestellt, daß zwischen Stahlrohren und Gummirohren jeweils ein Schlauch eingesetzt wird, der die Biegebeanspruchungskräfte weitgehend kompensieren kann.

Ist die Gummirohrleitung lang genug (über 75 % der gesamten Rohrleitungslänge) ist sie in der Lage die Biegebeanspruchung, ohne daß ein Schlauch eingesetzt werden muß, aufzunehmen. Leitungen aus GUR sind hochzugfest. Sie sind gegen Winddruck beständig. Ihr besonderer Vorteil gegenüber einer Stahlleitung ist, daß sie bei Nachlassen des Winddruckes wieder in die Ausgangsform zurückkehren. Eine bleibende Verformung, wie sie bei Stahlrohren eintreten kann, weisen Gummirohre nach Windbelastungen nicht auf.

Gummirohre sind grundsätzlich beidseitig mit Losflanschen ausgestattet. Das ist die Voraussetzung dafür, daß die Rohre auch auf dem Wasser leicht miteinander verschraubt werden können, da keine Dichtungen benötigt werden und die Flansche leicht so gedreht werden können, daß die Schraublöcher miteinander fluchten.